Mutterliebe total: Babywürmer knabbern an der Mama!

Mutterliebe total:
Babywürmer knabbern an der Mama!

Amphibische Würmer betreiben intensive Brutpflege

London
(pte/13.04.2006/14:49)

Wie weit Brutpflege gehen kann, haben Wissenschaftler des Natural
History Museum in London in der jüngsten Ausgabe des
Wissenschaftsmagazins Nature http://www.nature.com
nun beschrieben. Die Mütter des amphibischen Wurmes Boullengerula
taitanus entwickeln eine nährstoffreiche äußere Hautschicht nachdem sie
Eier gelegt haben.
Der Nachwuchs knabbert dann von Mutters Fleisch!


"Das war wirklich höchst interessant zu beobachten", so Studienautor
Mark Wilkinson vom Natural History Museum. Die Forscher sind auf die
Idee gekommen, die amphibischen Würmer der Ordnung Blindwühlen aus
Kenia genauer unter die Lupe zu nehmen, weil Muttertiere eine andere
Färbung aufwiesen als herkömmliche adulte Würmer. Zudem stellten sie
fest, dass bereits die Neugeborenen mit Zähnen auf die Welt kamen. Die
Forscher haben daraufhin 21 weibliche Würmer mit Jungen im Labor
gefilmt. Eine Woche nach der Geburt haben die weiblichen Tiere etwa ein
Siebentel ihres Körpergewichts verloren. Teile der Hautzellen der
Mütter fanden die Forscher in den jungen Würmern.

Bekannt ist
von anderen Amphibien wie Fröschen oder Kröten, dass sie ihre Haut nach
der Häutung wegen der Nährstoffe fressen. "Dieses nun beobachtete
Verhalten ist dem ziemlich ähnlich", so der Wissenschaftler. Unklar ist
den Forschern noch, warum sich diese Art der Babyernährung in der
Evolution durchsetzen konnte. Die Wissenschaftler vermuten, dass es
wahrscheinlich einfacher sei eine dicke Oberhaut als Nahrungsquelle zu
produzieren als Eier mit einem großen Dottersack. "Wenn ein Junges
stirbt, ist zwar das Ei umsonst gewesen, die Haut gehe dabei aber nicht
verloren", so der Forscher. Die genaue Zusammensetzung der Fettschicht,
die die Jungen fressen ist noch nicht erforscht. Ebenso fehlt die
Antwort auf die Frage wie die jungen Tiere wissen, ab wann die
Ernährung von Mutters Fleisch für das Muttertier tödlich ist. Diese
Fragen will Wilkinson allerdings anderen Forscherkollegen überlassen.
Er widmet sich nun anderen Amphibien, die ähnliche Verhaltensmuster
zeigen.

Blindwühlen sind gliedmaßenlose, schlangenähnliche
Amphibien ohne Schwanz. Sie sehen wie Würmer aus und werden von sieben
Zentimetern bis zu 1,5 Meter lang. Die Augen sind verkümmert und von
Haut überzogen. Blindwühlen findet man in Südostasien von Südchina,
Indien und Sri Lanka bis zu den Philippinen, in Zentralafrika, auf den
Seychellen, in Mittelamerika und in großen Teilen Südamerikas. Dort
leben sie unterirdisch im feuchten, lockeren Boden und Waldstreu der
tropischen Wälder und Plantagen, oft in Flussnähe. (Ende)

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