[ Untergang: ] Paul Auster: „Wir sind die Zeugen des Untergangs eines Imperiums“

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Paul Auster: „Wir sind die Zeugen des Untergangs eines Imperiums“
31.01.2007 – 12:00 Uhr, DIE ZEIT

Das komplette ZEIT-Interview in der ZEIT Nr. 6 vom 1. Februar 2007 

Hamburg (ots) – Der amerikanische Schriftsteller Paul Auster, der
am 3. Februar 2007 60 Jahre alt wird, greift in der ZEIT die
Regierung seines Landes scharf an. „Ich bin davon überzeugt“, so
Auster, „dass die beiden jüngsten Präsidentschaftswahlen gefälscht
waren.“ Es sei unfassbar, dass sein Land, welches im Zweiten
Weltkrieg intelligent und überzeugend agiert habe, nun so versage:
„Noch nie gab es eine Regierung in Amerika, die so weit entfernt war
vom Geist des Landes wie diese.“ Er betrachte sich als Zeuge, sagt
Auster: „Wir sind die Zeugen des Untergangs eines Imperiums.“

Die Arbeit des Schriftstellers sei ein unerschöpflicher Zwang:
„Ich jedenfalls verspüre den ständigen Druck, weiterzuschreiben,
weiterzuarbeiten. Jedes Mal, wenn ich etwas abgeschlossen habe,
fürchte ich, versagt zu haben. Aus diesem Gefühl der Unzufriedenheit
steigt das Bedürfnis auf, es noch einmal zu versuchen.“ Die Figuren
seiner Romane seien keine hohlen Erfindungen, sondern Wesen, die ihre
eigene Existenz führten: „Ich lebe mit meinen Romanfiguren
durchschnittlich fünf Jahre lang, ehe ich überhaupt zu schreiben
anfange … Man kann sie nicht einfach aufgeben.“

Bei den Recherchen zu seinem Roman „Die Erfindung der Einsamkeit“
habe Paul Auster, wie er der ZEIT sagt, schockierende Entdeckungen in
seiner eigenen Familiengeschichte gemacht. Er fand heraus, dass seine
Großmutter im Jahr 1919 seinen Großvater, Harry Auster, erschossen
habe: „Er wechselte gerade eine Glühbirne in der Küche, da erschoss
sie ihn auf der Leiter. Einfach so. Das Schwurgericht sprach sie
frei. Ein Verbrechen aus Leidenschaft, begangen von einer betrogenen
Frau.“ Sein Vater, so Auster, habe den Mord mitangesehen, ihm aber
nie die Wahrheit über den Tod des Großvaters erzählt.

Das komplette ZEIT-Interview in der ZEIT Nr. 6 vom 1. Februar 2007 

Quelle: Die Zeit

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–h-

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