[ Porn | Pr0n! ]: Jugendliche Porno-Konsumenten haben früher Sex!

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Jugendliche Porno-Konsumenten haben früher Sex
„Internet hat beschleunigenden Effekt und beeinflusst Verhaltensweisen“

Viele Jugendliche finden heute im Internet sexuelle Aufklärung (Foto: pixelio.de, tommyS)

Vermont (pte/28.04.2008/13:55) – Jugendliche, die vermehrt pornographischen Inhalten im Internet ausgesetzt sind, verlieren ihre Jungfräulichkeit früher als andere Altersgenossen.

Dies geht aus einer Untersuchung von Forschern des Castleton State College in Vermont http://www.csc.vsc.edu hervor, die in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „CyberPsychology and Behaviour“ veröffentlicht worden ist. Die Wissenschaftler kommen darin zu dem Schluss, dass männliche Teenager zwischen zwölf und 17 Jahren, die regelmäßig pornographische Angebote im Netz wahrnehmen, zu einem früheren Zeitpunkt ihres Lebens sexuell aktiv werden. Vor allem das Imitieren der im Internet gesehenen Sexualpraktiken birgt in diesem Zusammenhang einiges an Gefahrenpotenzial, warnen die Forscher.

 So würde die Zunahme der Nutzung von Pornoangeboten im Internet eine Reihe von sexuellen Problemen mit sich bringen. Konkret befürchten die Wissenschaftler beispielsweise, dass sich dieser Zuwachs auch in einem Anstieg von sexuell übertragenen Krankheiten und Teenager-Schwangerschaften bemerkbar machen könnte. Eltern sollten sich deshalb vermehrt darum kümmern, welche Angebote ihre Sprösslinge im Internet wahrnehmen.


„Das Problem bei derartigen Studien ist oft, dass Ursache und Wirkung nicht eindeutig bestimmt werden können“, erläutert Bernad Batinic, Vorstand des Instituts für Pädagogik und Psychologie der Johannes Kepler Universität Linz http://www.ipp.uni-linz.ac.at, im Gespräch mit pressetext. Ähnlich wie bei vielen Untersuchungen über die Wirkung von Gewalt in Medien stelle sich auch in diesem Fall die Frage, was die Ursache und was die Wirkung sei. „Meiner Meinung nach ist noch nicht ausreichend geklärt, ob der Konsum von pornographischen Inhalten im Internet zu einem veränderten Sexualverhalten führt oder umgekehrt ein stärker ausgeprägter Sexualtrieb zuerst kommt und erst als Konsequenz vermehrt entsprechende Angebote im Web wahrgenommen werden“, betont Batinic.

Eine einseitige Interpretation der Studienergebnisse sei daher nicht sehr sinnvoll. „Wahrscheinlicher ist für mich eher, dass wir es hier mit einem gegenseitigen Aufschaukeln beider Seiten zu tun haben“, meint Batinic.

„Das Internet hat in punkto Sexualität eine Art beschleunigenden Effekt und es beeinflusst und verändert die Verhaltensweisen“, erklärt Shane Krauss, Psychologin am Castleton State College. Ihre Studie, in deren Rahmen hunderte Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren zu ihrem Sexualverhalten befragt worden sind, erbringe einen eindeutigen Beleg für diesen Zusammenhang. „Männer haben Oralsex und verlieren ihre Jungfräulichkeit in einem jüngeren Alter, wenn sie mit pornographischen Inhalten in Berührung kommen“, fasst Krauss die Untersuchungsergebnisse zusammen.

Orale Sexpraktiken würden demnach im Durchschnitt drei bis vier Jahre früher von Teenagern angewandt, die ähnliches bereits zuvor im Internet gesehen haben. Auch die erste sexuelle Handlung finde innerhalb dieser Gruppe an die zwei Jahre früher statt als bei Jugendlichen desselben Alters, die noch keinen Kontakt zu Pornoinhalten im Internet hatten.

Laut den Studienautoren sei es eine grundsätzlich problematische Entwicklung, dass viele Jugendliche ihre sexuelle Aufklärung mittlerweile über pornographische Inhalte im Web beziehen. „Die mangelnde Medienkompetenz der Eltern ist in dieser Hinsicht ein zentrales Problem“, stellt Batinic fest.

Die gemeinsame Diskussion und Reflexion über derartige Problembereiche finde innerhalb der familiären Gemeinschaft nur zu eingeschränkt statt. Auch ein Verbot alleine reiche jedenfalls nicht aus. „Jugendliche sehen das oft als Spiel mit der Grenze des Erlaubten an. Ein Verbot würde die Angelegenheit für sie daher nur noch reizvoller machen“, so Batinic abschließend. (Ende)

 

 
Redakteur: Markus Steiner
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