Heiliger Sankt Florian …

Weser River in Bremen city

Weser River in Bremen city (Photo credit: Wikipedia)

… verschon´ mein Haus, zünd´ andre an!

Der heilige Florian muss der Schutzpatron der Gutmenschen und Multikulturalisten sein.

Nur in Bremen hat er jetzt nicht aufgepasst. Oder wollten gerissene Politiker den nervenden Studienräten eins auswischen?

Mitten in eine linksalternative Spießeridylle setzen sie ein Asylantenheim.

Die Fremden sind zwar herzlich willkommen … aber wäre es für die armen Menschen nicht irgendwie besser,
wenn sie woanders unterkommen könnten? Soziologisch gesehen und so?

Die taz berichtet vom Missgeschick ihrer Leser:

Eine geplante Flüchtlingsunterkunft sorgt in Bremens links-alternativem Vorzeige-Stadtteil für Diskussion
– sie seien herzlich willkommen, sagen die AnwohnerInnen. Doch woanders sei es besser für sie. (…)

Mit Bioläden, Latte Macchiato-Lounges und ehemals besetzten Häusern gilt „das Viertel“,
wie es in Bremen heißt, als Szene-Perle. StudentInnen, LehrerInnen und AkademikerInnen haben
es sich hier eingerichtet. 60 AsylbewerberInnen sollen nun hinzukommen,
in einem Übergangswohnheim in der Eduard-Grunow-Straße. Gegen Flüchtlinge hätten sie nichts,
das wurde von den 150 NachbarInnen auf der Beiratssitzung oft betont.

Da gebe es kein Aber. Aber: Einmal seien dem Enkel einer Anwohnerin von einem „Schwarzafrikaner“ Drogen angeboten worden.

Einen anderen Nachbarn sorgte, dass die Flüchtlinge sich womöglich draußen aufhielten, es somit zu Ruhestörungen kommen könnte.
Der Saal des Concordia-Theaters, in den die Sitzung verlegt wurde, war brechend voll. Belastet sei der betreffende
Teil des Viertels schon genug, wegen der Nähe zum Bahnhof und seiner Diskomeile. „Für die Leute, die jetzt kommen“,
sei das „nicht die richtige Gegend“, sagte ein Anwohner. Ganz schlimm könnte es werden, wenn wegen
des Asylheims Fremdenfeindlichkeit in den linken Stadtteil Einzug hielte, gab eine Nachbarin zu bedenken.
Dem grünen Beiratsmitglied Henrike Müller platzte der Kragen:

Mit der Angst vor fremdenfeindlichen Aktionen zu argumentieren, sei „hart am Rande des Zynismus“.

Das “Viertel”, wie die Bremer Stadtteile Steintor und Ostertor in Bremen genannt werden, liegt in der Innenstadt,
am Rand der Weser. Bioläden, Kulturzentren und Kneipen reihen sich in den kleinen Gassen.
Viele der Stuck-verzierten Altbremer Häuser waren einst besetzt, sind aber längst durch Genossenschaften finanziert.

Stärkste Kraft waren bei den letzten Wahlen die Grünen. Man ist ein bisschen stolz auf die autonome Szene,
die auf der zentralen Sielwall-Kreuzung regelmäßig für Ärger sorgt und die die Alt-68er an ihre eigene Vergangenheit erinnert.
In den Siebzigern wehrten sich die AnwohnerInnen gegen eine Stadtautobahn. Anfang der 1980er Jahre kam es am
nahen Weser-Stadion zu schweren Krawallen gegen ein Bundeswehr-Gelöbnis, von denen viele noch heute erzählen.

Alt-Linke, Öko-LehrerInnen und linke Professoren wie der Pädagoge Johannes Beck warteten mit einer Liste v
on tatsächlichen Verbesserungsvorschlägen zum „Wohl der Flüchtlinge“ auf: Heimleitung und Hausmeister
sollten mit in dem Haus wohnen, innen genügend große Räume für gemeinsame Aktivitäten eingeplant werden,
der Radweg und die viel befahrene Straße seien eine Gefahr für die Kinder. In einer Debatte jedoch,
in der die Flüchtlinge vor allem als mögliche Ruhestörer und soziale Problemfälle für Angst sorgten,
bekamen die bestgemeinten Argumente zumindestens einen seltsamen Beigeschmack.

Weiterlesen & Quelle:Heiliger Sankt Florian ….

Enhanced by Zemanta
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: